Weniger Nettogehalt durch den Wechsel in die PKV?

Das Nettoeinkommen kann sinken, wenn Beschäftigte oder gutverdienende Selbständige von der gesetzlichen Kasse in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln.

In Beratungsgesprächen wird diese Steuerthematik beim Systemwechsel häufig ausgeklammert. Mit der ersten Gehaltstabrechnung kommt dann für viele die Überraschung …

Beitrag, Leistungen und Steuer

Wer über einen Wechsel in das PKV-System nachdenkt, vergleicht Leistungen und Beiträge. Für viele Versicherte sind das die wichtigen Parameter. Fast immer ist diese Herangehensweise aber zu kurz gegriffen. Seit 2010 werden die Beiträge zur Krankenversicherung laut Bürgerentlastungsgesetz steuerlich abgesetzt. Wer 800 € für eine gesetzliche Kasse bezahlt hat und nach dem Wechsel 800 € für den PKV-Vertrag, wird allerdings nicht die gleiche Beitragshöhe absetzen können. Denn: Es wirken verschiedene Faktoren auf die steuerliche Absetzbarkeit von GKV- und PKV-Beiträgen. 

Wer die steuerliche Absetzbarkeit berücksichtigt, kann den PKV-Vertrag nicht nur hinsichtlich der Leistungen, sondern auch der Steuerlast optimieren.

Kann ich meine Beiträge zur GKV steuerlich absetzen?

Ja. Die Beiträge werden automatisch von der Krankenkasse an das zuständige Finanzamt übermittelt. Die Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung gehören zur Basisabsicherung und können vollständig von der Steuer abgesetzt werden. Gleiches gilt für den Zusatzbeitrag, der bei den einzelnen Kassen unterschiedlich hoch ausfällt. Steigt der Kassenbeitrag oder der Zusatzbeitrag, wird auch die gezahlte Erhöhung steuerlich wirksam.

Wer bei seiner Krankenkasse Wahlleistungen versichert, kann diesen Extrabeitrag nicht steuerlich absetzen. Auch der Zusatzbeitrag für die Lohnfortzahlung (Krankengeld) kann nicht abgesetzt werden.

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Welche PKV-Beiträge kann ich steuerlich absetzen und welche nicht? 

Die privaten Krankenversicherer übermitteln die gezahlten Beiträge direkt an das zuständige Finanzamt. In der Mitteilung wird zwischen Basisleistungen und Komfortleistungen unterschieden. Die Beiträge für die Basisleistungen werden für die Leistungen berechnet, die in etwa dem gesetzlichen Niveau entsprechen – diese können vollständig abgesetzt werden. Der Beitragsanteil, der den Komfortleistungen zuzurechnen ist, kann nicht abgesetzt werden. 

Basisleistungen können unbegrenzt als Sonderausgaben in der Anlage Vorsorgeaufwand steuerlich abgesetzt werden. Sogenannte Komfortleistungen (Mehrleistungen) sind nicht abzugsfähig. 

Was zählt in der PKV zur Basisversorgung und was zu Komfortleistungen?

Alle Versicherer weisen geleistete Zahlungen für Basisversorgung und für Komfortleistungen separat aus. Unter Basisversorgung fallen Leistungen, die in etwa denen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen.Komfortleistungen gehen über dieses Niveau hinaus. Zu diesen Extraleistungen, die nicht* steuerlich absetzbar sind, zählen z. B.:

Diese Anteile können ggf. im Rahmen der sonstigen Vorsorgeaufwendungen berücksichtigt werden. Hier gelten Höchstgrenzen für Beschäftigte und Verbeamtete (bis 1.900 €) und für Selbstständige (2.800 €).

Durch die individuelle Leistungsauswahl können PKV-Beiträge daher in unterschiedlichen Umfängen steuerlich geltend gemacht werden.

Warum sinkt mein Nettogehalt beim Wechsel in die PKV trotz gleichem Beitrag?

Dass Versicherte nach einem Wechsel in die PKV auf einmal weniger Netto haben, liegt daran, dass die PKV-Beiträge nicht in voller Höhe absetzbar sind. Steuerlich geltend lassen sich nur die Kosten die Basisversorgung, die ungefähr den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht. Das sind meist um die 80 % der Beitragskosten. Das bedeutet: Je umfangreicher die gewählten Zusatzleistungen, desto geringer fällt der absetzbare Anteil des PKV-Beitrags aus, was zu einem niedrigeren Nettoeinkommen führen kann.

Beispiel: Geringere steuerliche Absetzbarkeit von PKV-Beiträgen

Ca. 80 % der PKV-Beiträge können steuerlich abgesetzt werden:

Wer 800 € für den PKV-Vertrag bezahlt, kann folglich ca. 640 € absetzen. Im Vergleich zur GKV mit 800 € Beitrag fehlen 160 €.

Bei gleicher Beitragszahlung wie in der GKV fällt durch die geringere Absetzbarkeit der PKV-Beiträge eine höhere Lohnsteuer an.

Zudem kommt, dass auch ausgezahlte Beitragsrückerstattungen die absetzbaren Sonderausgaben mindern. Wer also einen großen Teil der Rechnungen selbst zahlt, um die Beitragsrückerstattung für das Jahr zu erhalten, wird am Ende eventuell weniger profitieren als erhofft.

Schließlich können sich Selbstbehalte auf das Nettoeinkommen ungünstig auswirken. Selbstbehalte in der PKV sind nicht als Sonderausgabe absetzbar. Versicherte zahlen diese Kosten allein aus ihrem bereits versteuerten Nettoeinkommen. Der Arbeitgeber gibt keinen Zuschuss zu Selbstbehalten.

Mehr dazu, wie Sie clever Steuern sparen in der PKV lesen Sie hier!

Info: Wie wirkt sich die PKV auf mein Nettogehalt aus? 

In die private Krankenversicherung wechseln die meisten aus zweierlei Gründen: die umfangreicheren Leistungen und die günstigeren Beiträge.

Die Ersparnis fällt für viele überraschend oft niedriger aus als gehofft. Was vor allem daran liegt, dass die Beitragskosten anders besteuert werden als in der gesetzlichen Krankenversicherung – und meist nicht die kompletten Beitragskosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden können, sondern um die 80 %.

Auch Selbstbehalte und Beitragsrückerstattungen sind nicht steuerlich absetzbar, können die Steuerlast erhöhen und damit das Nettoeinkommen senken.

Wie stark sinkt das Nettogehalt bei einem Wechsel in das PKV-System? 

Grundsätzlich ist das Nettogehalt von vielen Parametern abhängig (Beitragshöhe, Risikozuschläge, Selbstbeteiligung, Leistungsniveau etc.).  

Angenommen, eine kinderlose Versicherte zahlt in der PKV und GKV die gleiche Beitragshöhe bei einem monatlichen Bruttoeinkommen in Höhe von 6.000 €, dann ergeben sich folgende Nettogehälter: 

  • In der gesetzlichen Krankenkasse werden aus 6.000 € Bruttoeinkommen im Monat rund 4.000 €. 
  • In der privaten Versicherung werden aus 6.000 € Bruttoeinkommen im Monat rund 3.938 €. 

Das Nettogehalt sinkt in diesem standardisierten Fall um 62 € im Monat.

Dieser Vergleich beinhaltet nicht die exakte Aufsplittung nach Basis- und Komfortleistung. Bei einer individuellen Berechnung muss der Beitragsanteil für die Komfortleistungen noch ausgerechnet werden. Das Delta kann damit größer werden.

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass ein Wechsel in das PKV-System bei einem hohen Einkommen in jungen Jahren einen Steuernachteil haben kann. 

Vorteil PKV: Die identische Pflegepflichtversicherung kostet Privatversicherte deutlich weniger

Am deutlichsten wird der Unterschied bei der Pflegepflichtversicherung. Die Leistungen sind in der gesetzlichen Kasse und in der privaten Versicherung identisch. Die Beiträge für eine 45-jährige Person können jedoch nicht unterschiedlicher sein:

  • Beitrag Pflegeversicherung GKV: ungefähr 160 € im Monat.
  • Beitrag Pflegeversicherung PKV: ungefähr 44 € im Monat.

Kann der Steuernachteil in der PKV gemindert werden? #4 Tipps

Tipp #1 Anteil an Basisleistungen maximieren

Bei der Wahl des PKV-Tarifs geht es darum, alle Leistungsteile genau abzuwägen und auch zu schauen, welche steuerlich absetzbar sind und welche nicht. 

Beispiel Absetzbarkeit von PKV-Beiträgen:

  • Tarif 1 kostet 800 € und zahlt für Heilpraktikerleistungen unbegrenzt. 
  • Tarif 2 kostet 800 € und zahlt für Heilpraktikerleistungen bis zu 1.000 € im Jahr. 

Wer die geringeren Leistungen für den Heilpraktiker (Komfortleistungen) akzeptiert, könnte beim Versicherer 2 einen höheren steuerlichen Vorteil aufgrund des geringen Anteiles der Komfortleistungen nutzen. Hier muss geprüft werden, welches Angebot nach Steuer im Einzelfall besser ist. 

Durch eine clevere Tarifwahl lässt sich der steuerliche Nachteil reduzieren. Entscheiden Sie sich beispielsweise für einen PKV-Tarif, der weniger Komfortleistungen enthält, steigt der Anteil des steuerlich absetzbaren Beitrags. 

Tipp #2 Beratung

Wirksam ist nicht zuletzt – oder besser an den Anfang gestellt – ein ausführliches Beratungsgespräch darüber, welche Wünsche, Vorstellungen und individuelle Bedürfnisse Versicherte an eine PKV haben. Auf dieser Basislassen sich geeignete Angebote zusammenstellen.

Ungebundene Versicherungsexperten können verschiedene Szenarien ohne Provisionsdruck durchrechnen. So lässt sich schnell objektiv herausfinden, welche Auswirkungen die Tarife auf das Nettoeinkommen haben. Insgesamt lässt sich durch eine kluge Gestaltung viel Geld sparen. 

Tipp #3 Selbstbehalt optimieren

Es kann sich lohnen, Tarifvarianten mit unterschiedlichen Selbstbehalten zu prüfen, um ein optimales Verhältnis zwischen Prämienhöhe und Steuerbelastung zu finden. 

Lohnt sich ein höherer Selbstbehalt aus steuerlicher Sicht?

Die Frage ist berechtigt: Welchen steuerlichen Effekt haben Beitragsreduzierungen durch Selbstbehaltserhöhungen? Selbstbehalte reduzieren zwar erst einmal die monatlichen Beiträge, aber sie wirken sich später auch auf die steuerliche Abzugsfähigkeit aus. Selbstbehalte sind nicht wie die Beiträge steuerlich absetzbar.

Eine höhere Selbstbeteiligung sollte daher immer sorgfältig abgewogen werden, da sie zwar kurzfristige Einsparungen bietet, langfristig jedoch zu einem niedrigeren Nettoeinkommen führen kann. 

Fast alle Versicherer bieten jeweils gleiche Tarifleistungen mit unterschiedlichen Selbstbehalthöhen an. Im Allgemeinen gilt, dass Arbeitnehmern Tarife mit geringeren Selbstbehalten angeboten werden. 

Der Grund: Der Arbeitgeber beteiligt sich nicht am Selbstbehalt (obwohl er dürfte). Dennoch kann über Selbstbehalte gearbeitet werden. Der steuerliche Nachteil hält sich in Grenzen, wie das Beispiel zeigt. 

Beispiel Beitragshöhe bei unterschiedlichen Selbstbehalthöhen:

Zum besseren Verständnis hier ein Vergleich bei einem Hochleistungstarif der SDK. Variante links sieht 240 € und Variante rechts 480 € Selbstbehalt vor. Durch den erhöhten Selbstbehalt sinkt der Beitrag um 103,09 €.

Die Zahlbeitrag nach der steuerlichen Betrachtung ergibt folgendes Bild:

240 € Selbstbehalt vs. 480 € Selbstbehalt
775,83 € Gesamtbeitrag 672,72 €
630,55 € Beitrag Basisleistung 530,61 €
242,63 € Abzug Zuschuss AG 194,17 €
97,10 € 40 % Steuerzusatz 77,67 €
290,82 € Zahlbeitrag nach Steuer 258,69 €

Final, also abzüglich des Arbeitgeberzuschusses und der Steuererstattung, kostet die Tarifkombination links monatlich 290,82 €. Die Tarifkombination rechts kostet 258,69 €.

Die Beitragsreduzierung durch den höheren Selbstbehalt der Variante rechts von 103,09 € schmilzt durch den Steuernachteil auf 32,13 €.

Trotzdem lohnt sich die Variante rechts, weil der Selbstbehalt nur um 20 € monatlich erhöht ist. Netto betrachtet ist Variante rechts 32,13 monatlich günstiger. 

Die tatsächliche Entlastung durch erhöhte Selbstbehalte fällt aufgrund der niedrigeren steuerlichen Abzugsfähigkeit oft geringer aus als erwartet. 

Info: Wie kann ich meine PKV steuerlich optimieren? 

Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung lassen sich grundsätzlich als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzen, wobei die Basisabsicherung (vergleichbar mit der GKV) vollständig berücksichtigt wird und so das zu versteuernde Einkommen senken kann.

Zusätzliche (Komfort-) Leistungen wie Chefarztbehandlung oder Einbettzimmer sind hingegen nur eingeschränkt oder gar nicht absetzbar, weshalb ein Blick auf die Tarifstruktur sinnvoll ist. Durch Selbstbehalte oder Beitragsrückerstattungen können Versicherte ihre laufenden Kosten beeinflussen.

Sie müssen aber abwägen, ob sich der steuerliche Vorteil gegenüber dem finanziellen Risiko lohnt. Insgesamt hängt die optimale steuerliche Gestaltung stark von Einkommen, Gesundheitsrisiko ab.

Wer weniger zahlt, setzt auch weniger ab.

Tipp # 4: In andere PKV-Bausteine steuerwirksam investieren:

  • Beitragsentlastungstarife abschließen
  • modifizierte Leistungen (Anteil Basisleistungen erhöhen)

Ein weiterer vollkommen legaler Trick zum Steuern sparen ist die Vorauszahlung der PKV-Beiträge: Steuersparmodell PKV?

Fazit: Ist die PKV nach Steuern wirklich günstiger?

Ob die PKV nach Steuern tatsächlich günstiger ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, da steuerliche Vorteile vor allem von Einkommen, Tarif und individueller Lebenssituation abhängen. Auf der einen Seite stehen die häufig günstigeren Beiträge vor allem für junge und gesunde Privatversicherte. Auf der anderen die auf die Basisversorgung beschränkt absetzbaren PKV-Beiträge, die zu einem niedrigeren Nettoeinkommen führen können.

Wer die verschiedenen steuerlichen Effekte kennt, kann handeln oder sich gezielt beraten lassen. Unterm Strich bleibt die PKV eine individuelle Kostenentscheidung, bei der steuerliche Effekte nur ein Baustein unter mehreren sind.

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A Private Blog Network (PBN) is a collection of websites that are controlled by a single individual or organization and used primarily to build backlinks to a “money site” in order to influence its ranking in search engines such as Google. The core idea behind a PBN is based on the importance of backlinks in Google’s ranking algorithm. Since Google views backlinks as signals of authority and trust, some website owners attempt to artificially create these signals through a controlled network of sites.

In a typical PBN setup, the owner acquires expired or aged domains that already have existing authority, backlinks, and history. These domains are rebuilt with new content and hosted separately, often using different IP addresses, hosting providers, themes, and ownership details to make them appear unrelated. Within the content published on these sites, links are strategically placed that point to the main website the owner wants to rank higher. By doing this, the owner attempts to pass link equity (also known as “link juice”) from the PBN sites to the target website.

The purpose of a PBN is to give the impression that the target website is naturally earning links from multiple independent sources. If done effectively, this can temporarily improve keyword rankings, increase organic visibility, and drive more traffic from search results.

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