Ist die PKV günstiger als die GKV?

Für bestimmte Gruppen wie Verbeamtete lässt sich die Frage recht eindeutig beantworten: Sie haben durch das bestehende Beihilfesystem häufig keine andere Wahl, als sich privat zu versichern. Für andere wie Selbstständige oder Besserverdienende muss stärker differenziert werden, da z. B. die Familienplanung, individuelle gesundheitliche Risiken oder die Beitragsentwicklung im Alter eine größere finanzielle Rolle spielen können. Was Sie zahlen, hängt vor allem davon ab, wie alt Sie sind, wie Ihr Gesundheitszustand aussieht und welche Leistungen Sie sich wünschen. Wir liefern zwar keine konkrete Antwort, dafür aber weitaus Hilfreicheres: Kriterien für eine fundierte Entscheidung. 

Ist es günstiger, sich privat oder gesetzlich zu versichern?

Obwohl häufig ein anderer Eindruck entsteht, ist nicht das eine System per se teurer als das andere. Ob die private (PKV) oder gesetzliche Krankenversicherung (GKV) günstiger für den Einzelnen oder die Einzelne ist, hängt stark von Einkommen, Alter, Gesundheitszustand und Lebensplanung ab.
Pauschal lässt sich sagen, dass

  • junge, gesunde Gutverdiener
  • Verbeamtete
  • selbstständig Tätige

oft von niedrigeren Beiträgen und besseren Leistungen in der PKV profitieren. Die Gesetzliche bietet im Gegenzug beispielsweise Familien eine beitragsfreie Familienversicherung und stabil planbare Beiträge, da diese vom Einkommen abhängen. 

Überblick: Grundlagen der Beitragsberechnung PKV & GKV

Davon hängt der Beitrag zur Krankenversicherung ab: 

PKV GKV
Berechnung nach dem individuellen Gesundheitsrisiko: Versicherte zahlen je nach Alter bei Vertragsbeginn, Vorerkrankungen, absolvierten Therapien, Operationen, Behandlungen und dem gewünschten Leistungsumfang (Einbettzimmer, Chefarztbehandlung, 100 % Übernahme Zahnersatz, Heilpraktikerleistungen etc.) Berechnung unabhängig von Alter und Gesundheitszustand nach dem Einkommen: Versicherte zahlen einen gesetzlich festgelegten Prozentsatz vom Bruttoeinkommen (2026 beträgt der allgemeine Beitragssatz 14,6 % zzgl. dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag (2026 liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 2,9 %)
Durch Altersrückstellungen (der Versicherer legt diesen Beitragsanteil als Vorsorgekapital verzinslich an) werden 
Beiträge im Alter möglichst stabil gehalten.   
Die Beitragsbemessungsgrenze (2026 beträgt sie 69.750 Euro im Jahr bzw. 5.812,50 Euro monatlich) begrenzt die Einkommenshöhe, die für die Beitragsermittlung gilt. Wer mehr verdient, zahlt keine höheren Beiträge.  
Jedes Familienmitglied benötigt einen separaten Versicherungsvertrag. Tarife für Kinder sind jedoch meist deutlich günstiger.   In der gesetzlichen Familienversicherung können Kinder und Partnerinnen und Partner mit keinem oder geringem Verdienst kostenlos mitversichert werden.  
Durch die Vereinbarung einer 
Selbstbeteiligung (= Selbstbehalt), die Option Beitragsrückerstattung, die jährliche Zahlweise odereinen internen Tarifwechsel kann der PKV-Beitrag günstiger werden.  
Durch die Versicherung in Wahltarifen mit Beitragsrückerstattung sind günstigere Beiträge möglich. Zudem können Bonussysteme ebenfalls Erstattungen ermöglichen.  

Kostenvergleich nach Lebenssituationen

Um herauszufinden, ob im Einzelfall die private Krankenversicherung günstiger als die gesetzliche ist, hilft der Blick auf verschiedene Szenarien für prototypische Versicherte. 

Szenario 1: Junger Single (25-35 Jahre, hohes Einkommen)

Jüngere Versicherte ohne relevante Vorerkrankung können sich oft deutlich günstiger privat versichern. Mit einem angenommenen Jahreseinkommen von 80.000 Euro zahlen sie in der GKV den Höchstbeitrag von aktuell 1.261,31 Euro. Hier ist die verpflichtende Pflegeversicherung bereits enthalten. Da der Arbeitgeber sich mit 50 Prozent an den Beitragskosten beteiligt, gehen vom Lohn 630,66 Euro für die gesetzliche Krankenversicherung als Arbeitnehmeranteil ab.

Beiträge für junge Singles in der GKV: Kinderlose Gutverdienende zahlen maximal den GKV-Höchstbeitrag (Arbeitnehmeranteil) in Höhe von 630,66 Euro.

Jüngere in der privaten Krankenversicherung zahlen in der Regel weniger als in der gesetzlichen (GKV-Durchschnitt 623 Euro). Da die Beiträge vom Alter und dem Gesundheitszustand abhängen, fallen sie in jungen Jahren zum Teil deutlich günstiger aus als bei der GKV. Wichtig ist es, nicht auf eventuelle Lockangebote hereinzufallen. Viele vermeintliche Schnäppchen-Tarife mit hohen Selbstbehalten und begrenzten Leistungen sind zwar erst einmal günstiger – im Krankheitsfall können jedoch hohe Kosten auf Versicherte zukommen.

Beiträge für junge Singles in der PKV: Leistungsstarke Tarife in der PKV sind für gesunde Versicherte mit 35 Jahren ab 400 Euro erhältlich. Eine Einsparung von 2.500 EUR im Jahr ist daher durchaus drin.

Szenario 2: Familie mit Kindern

Gesunde junge Singles ohne Kinderwunsch können mit einem Wechsel in die private Krankenversicherung Geld sparen und bessere Leistungen erhalten. Wer aber eine Familie gründen und Kinder haben will oder mit einem nicht berufstätigen Partner bzw. Partnerin zusammenlebt, muss genauer rechnen. Für viele liegt hier die gesetzliche Krankenversicherung vorn, da die gesamte Familie beim Haupt- bzw. Alleinverdienenden kostenlos mitversichert werden kann. Vorausgesetzt, die Bedingungen dafür sind erfüllt.

In der Familienversicherung können Familienangehörige kostenlos mitversichert werden, wenn diese:

  • nicht selbst versichert sind.
  • nicht pflichtversichert, versicherungsfrei oder von der Versicherungspflicht befreit sind.
  • einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.
  • nicht hauptberuflich selbstständig sind.
  • nicht mehr als maximal 565 Euro bzw. 603 Euro (bei Ausübung eines Minijobs) als regelmäßiges Einkommen haben.

Beiträge für Familien in der GKV: Eine Familie mit 2 Kindern und mit einem alleinverdienenden Elternteil zahlt maximal 613,22 Euro

Beiträge für Familien in der PKV: Eine Familie mit 2 Kindern und einem alleinverdienenden Elternteil zahlt in der PKV für vier Verträge: 2 x Verträge für Eltern (ab 400 Euro) und 2 x Kinder-Tarife (ab 100 Euro). Die erwartbaren Gesamtkosten starten ab 1.000 Euro.

Szenario 3: selbstständig Tätige / Gründerinnen & Gründer

Am teuersten ist die Krankenversicherung ganz allgemein für Selbstständige, sowohl in der GKV als auch PKV, denn sie erhalten keinen Arbeitgeberzuschuss, sondern müssen die Beiträge zur Versicherung allein tragen.

In der GKV wird für Selbstständige als Untergrenze eine Mindesteinnahme von 1.318,33 Euro (Stand 2026) angenommen; die Beiträge werden jedoch vom tatsächlichen Einkommen des Jahres auch rückwirkend durch Einreichung des Einkommensnachweises kalkuliert. Auf das Einkommen fallen entweder 14,6 Prozent oder der ermäßigte Beitragssatz ohne Anspruch auf Krankengeld (14,0 Prozent) sowie der kassenindividuelle Zusatzbeitrag (im Durchschnitt liegt dieser 2026 bei 2,9 Prozent) an. Selbstständige dürfen frei wählen.

Beiträge für Selbstständige in der GKV: Selbstständige mit einem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zahlen maximal 1.261,31 Euro

Weil die Beiträge einkommensabhängig sind, kann die gesetzliche Krankenversicherung bei schwankenden Einkommen die notwendige Flexibilität bieten.

In der privaten Krankenversicherung gibt es gerade für junge und gesunde Versicherte gute PKV-Tarife zu günstigen Konditionen, die oft deutlich unterhalb der GKV-Sätze liegen.

Beiträge für Selbstständige in der PKV: Selbstständige mit einem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zahlen für einen leistungsstarken Tarif ab 400 Euro

Szenario 4: Beamte und Beamtinnen sowie beihilfeberechtigte Angehörige

Relativ klar wird es beim Kostenvergleich zwischen GKV und PKV für Beamtinnen und Beamte, Beamtenanwärterinnen und -anwärter sowie beitragsberechtigte Angehörige und Menschen mit Anspruch auf Pension. Ihr Dienstherr übernimmt über die Beihilfe 50 bis 80 Prozent (bis zu 90% in Sachsen) der Beitragskosten – wenn sie sich privat krankenversichern! Die Krankenversicherung muss „nur“ die Restkosten abdecken, weshalb durch die Beihilfe die PKV-beiträge für Verbeamtete in aller Regel deutlich reduziert werden. 

Beiträge für Verbeamtete in der PKV: 2024 betrug der PKV-Beitrag für Verbeamtete durchschnittlich 239 Euro.

Obwohl durch die pauschale Beihilfe Bewegung in das Thema gekommen ist, ist die gesetzliche Krankenversicherung für Verbeamtete meist keine gute Option. In den acht Bundesländern, die keine pauschale Beihilfe anbieten, müssen sie den vollen GKV-Beitrag allein tragen – die Beihilfe zahlt in der Regel nichts hinzu. Wo die pauschale Beihilfe angeboten wird, können Verbeamtete wählen, ob sie in der GKV bleiben und einen pauschalen Zuschuss von der Beihilfe erhalten. Die Nachteile der pauschalen Beihilfe bleiben: geringere Leistungen sowie Probleme beim Dienstherrenwechsel in Stellen ohne die Option pauschale Beihilfe.  

Beiträge für Verbeamtete in der GKV: Freiwillig versicherte Beamte und Beamtinnen mit Kindern zahlen 2026 für ihre GKV maximal 982,31 Euro. In Bundesländern, die die pauschale Beihilfe anbieten, zahlen sie die Hälfte, also 491,16 Euro. Die anderen 491,16 Euro übernimmt die pauschale Beihilfe. 

Pauschale versus individuelle Beihilfe? – Hintergründe dazu lesen Sie hier: 

Szenario 5: Was ist im Alter besser, gesetzliche KV oder privat? 

Ob die private Krankenversicherung günstiger als die gesetzliche ist, hängt für ältere Versicherte stark von der individuellen Situation ab. Für langjährig Versicherte (Altersrückstellungen), Verbeamtete (günstige Versicherung der Restkosten) oder Gutverdienende ist die PKV oft günstiger. Für Letztere zahlt sich aus, dass die Beiträge unabhängig vom Einkommen berechnet werden. Genau dieser Umstand, die Kopplung ans Einkommen, macht die GKV für andere wiederum wirtschaftlicher. Eine Rolle sollte bei der Entscheidung darüber hinaus die Leistungsinhalte, die vertraglich garantiert sind, spielen, denn gerade in den letzten Jahren erleben wir Leistungskürzungen in der gesetzlichen Krankenversicherung und müssen schon heute bangen, ob die bereits eingeschränkten Leistungen der GKV weiter gekürzt werden. Privatversicherte haben darüber hinaus die Möglichkeit, im Erwerbsleben mit Zuschüssen vom Arbeitgeber oder großen Steuervorteilen für das Alter, bezogen auf den PKV‑Beitrag, vorzusorgen. So ist es sogar möglich, den Beitrag auf rund 200 EUR im Rentenalter zu reduzieren.

Beiträge für Ältere in der GKV

Ältere Versicherte zahlen in der gesetzlichen Krankenversicherung wie bisher einen Beitrag, der vom Einkommen abhängt. Erfüllen Sie gewisse Vorgaben, aktuell sogar nur auf Ihre gesetzliche Rente und äquivalente Bezüge (Versorgungswerk, betriebliche Altersvorsorge). Die politische Entwicklung lässt darauf schließen, dass jedoch in den kommenden 10-15 Jahren wieder die gesamte Einkommenskraft herangezogen werden wird, also auch Kapitalerträge, Mieteinnahmen, Dividenden und andere Einnahmearten.

Beiträge für Ältere in der PKV

Ältere Versicherte zahlen in der privaten Krankenversicherung einen Beitrag, der oft durch angesparte Alterungsrückstellungen, den Entfall des 10%-Gesetzeszuschlags ab 60 Jahren und Rentner-Zuschüsse stabilisiert wird. Außerdem profitieren Sie von der Möglichkeit des internen Tarifwechsels und reduzieren Ihren Beitrag mit der Rente um bis zu 30%.

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Übersicht: Beitragssteigerungen einkalkulieren

Die private Krankenversicherung wird im Laufe der Jahre teurer. Durchschnittlich um 3,4 Prozent im Jahr, wenn man den Zeitraum der letzten zwanzig Jahre betrachtet. In der Übersicht ist zu sehen, dass auch die Beiträge in der Gesetzlichen steigen – mit 3,9 Prozent sogar deutlich schneller:

Quelle:

Wird die PKV im Alter unbezahlbar?

Viele machen sich Sorgen, dass sie sich ihre Beiträge zur privaten Krankenversicherung im Alter nicht mehr leisten können. Anders als in der GKV sinken die Beiträge nicht zusammen mit dem sehr wahrscheinlich geringeren Einkommen im Ruhestand. Das bedeutet, dass Privatversicherte Beitragssteigerungen bis zur Rente einkalkulieren sollten – und auch darüber hinaus ein stabiles Einkommen Voraussetzung ist. Das Krankentagegeld, das entfällt, und die gesparten Altersrückstellungen, die nun wirken, sind gut funktionierende Mechanismen für bezahlbare PKV-Beiträge im Alter. Auch Beitragsentlastungstarife können gezielte Beitragsstabilität bringen.

Quelle: pkv-beitraege-im-alter/

Wie finde ich heraus, ob die private Krankenversicherung günstiger als die gesetzliche für mich ist?

Um die geeignete Krankenversicherung – privat oder gesetzlich – zu finden, müssen Sie Ihre persönliche Einkommens- und Gesundheitssituation analysieren, aber auch Ihren gewünschten Leistungsumfang kennen. Mit diesem Wissen können dann Antworten gefunden werden auf folgende Fragen:  

  • Wie hoch sind die Beiträge für mich bzw. für die gesamte Familie? Können Familienangehörige beitragsfrei mitversichert werden oder entstehen für jede Person separate Kosten?
  • Werden Vorerkrankungen berücksichtigt und könnten diese zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen?
  • Welche Leistungen sind im Versicherungsumfang enthalten und welche müssten zusätzlich versichert werden?
  • Wie entwickeln sich die Beiträge im Alter und bei Einkommensveränderungen?  
  • Welche Wartezeiten und Selbstbeteiligungen fallen an?
  • Ist ein Wechsel zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung später noch möglich oder bin ich langfristig gebunden?  

Handlungsempfehlungen

  • Holen Sie immer mehrere PKV-Angebote mit realistischen Szenarien zum Vergleich ein! 
  • Wählen Sie vorausschauend und beziehen Sie Faktoren wie Kinder, Karriere und Rente in die Entscheidung ein! Lassen Sie verschiedene Szenarien durchrechnen! 
  • Lassen Sie sich individuell beraten von ungebundenen Versicherungsprofis! 

Checkliste: Für wen lohnt sich PKV?

Die private Krankenversicherung kann günstiger sein bei:

  • … jungem Eintrittsalter (unter 35)
  • … hohem Einkommen ohne Familienplanung
  • … Selbstständigkeit mit stabilem Einkommen
  • … guter Gesundheit ohne Vorerkrankungen

Checkliste: Für wen ist die GKV möglicherweise besser?

Die gesetzliche Krankenversicherung kann günstiger sein bei …

  • … Familienplanung oder bestehende Familie
  • … unsicherem, schwankendem Einkommen
  • … älteren ab 45 Jahren, die mit höheren Beiträgen rechnen müssen, weil das Aufbauen von Altersrückstellungen nachgeholt werden muss und altersbedingt Vorerkrankungen und damit Risikozuschläge häufiger auftreten.

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