Morgen-Yoga, traditionelles „Dinner-Erlebnis“, mit Diskussionen und Networking-Möglichkeiten dazwischen. Anfang Oktober 2025 trafen sich Dutzende CEOs globaler Unternehmen, Politiker und Journalisten in einem Luxushotel in den österreichischen Alpen – in entspannter Atmosphäre und am liebsten im Kreise ihrer Familien. Der Inhalt des Treffens sollte geheim bleiben; Die Teilnehmer wurden gebeten, keine Fotos oder Videos aufzunehmen und nichts darüber zu veröffentlichen.
Mittendrin: Katherina Reiche, die Bundeswirtschaftsministerin. Reiche behauptet seit Monaten, sie sei privat bei der Veranstaltung gewesen – zuletzt im Wirtschaftsausschuss des Bundestags. Auch ihr Ministerium schreibt, dass sie „ihrer Funktion als Bundesministerin“ nicht nachgekommen sei. Eine Privatsache bedeutet: Keine Auskunftspflicht gegenüber dem Parlament oder der Öffentlichkeit, Informationen müssen nicht protokolliert werden. Mit diesem Argument verweigert Reiche inhaltliche Aussagen zu dem Treffen.
Aber kann die Teilnahme an einem Networking-Treffen mit Staatsministern und Managern globaler Konzerne privat sein, wenn man Wirtschaftsminister in Deutschland ist?
Wir veröffentlichen eine ausführliche Broschüre, die diesbezüglich Zweifel aufkommen lässt. Es enthält Fotos und Kurzlebensläufe von 94 Politikern, Journalisten, CEOs und Managern, die als „Teilnehmer“ des Treffens in den Alpen bezeichnet werden. Aus dem Dokument geht nicht hervor, ob tatsächlich alle in der Broschüre aufgeführten Personen anwesend waren. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte zunächst über die Broschüre berichtet, viele der genannten Personen kontaktiert und die Verbindungen einiger Teilnehmer zum Bundeswirtschaftsministerium hervorgehoben.
“Eure Exzellenz”
SE (Ihre Exzellenz) Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Auszug aus der Tagungsbroschüre
Man erhoffe sich, schreiben die Organisatoren, dass die Gespräche und Kontakte des Treffens „Katalysatoren für neue Projekte, Partnerschaften und Ideen“ werden. Tatsächlich dürften viele der aufgeführten Personen ein berufliches Interesse an Kontakten zu Katherina Reiche und dem Bundeswirtschaftsministerium haben. Darunter sind hohe Regierungsvertreter arabischer Staaten, mit denen Deutschland enge Wirtschaftsbeziehungen unterhält und auch Waffen liefert. Oder CEOs von Technologie- oder Energieunternehmen, für deren Regulierung in Deutschland das Wirtschaftsministerium mitverantwortlich ist.
In der Broschüre wird Katherina Reiche als „Exzellenz“ und amtierende Bundeswirtschaftsministerin vorgestellt. Die Kurzbiografie enthält auch Informationen privater Natur, etwa die Anzahl ihrer Kinder. Die prominente Erwähnung ihres offiziellen Titels direkt unter ihrem Namen deutet jedoch darauf hin, dass sie in dieser Funktion an der Versammlung teilnehmen würde. Auch die weiteren Persönlichkeiten werden mit ihren aktuellen beruflichen Funktionen bekannt gegeben.
Katherina Reiche hat die Veranstaltung in Tirol wohl deutlich bereichert. Für Beobachter hat ihre Teilnahme auch deshalb einen Beigeschmack, weil ihr Lebensgefährte, der ehemalige deutsche Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg, neben dem österreichischen Ex-Kanzler Sebastian Kurz einer der Organisatoren der Konferenz war und als Unternehmer eigene Interessen verfolgt.
Grüße von den Organisatoren

KT & Sebastian: Karl-Theodor zu Guttenberg und Sebastian Kurz waren die Organisatoren der Konferenz
Das Wirtschaftsministerium hatte in der Vergangenheit wiederholt Anfragen für das Treffen abgelehnt. Es besteht darauf, dass das Treffen privater Natur war. Allerdings räumte das Ministerium kürzlich in einer parlamentarischen Anfrage ein, dass Reiche damals über einen Dienstwagen verfügte. Das Ministerium hat auf unsere Anfrage nach dem Fahrtenbuch des Dienstwagens noch nicht reagiert.
Katherina Reiche ist nicht die einzige Politikerin, für die das Treffen Privatsache ist. Das sieht auch der österreichische Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Alexander Pröll, so – obwohl sein persönlicher Referent im Kanzleramt die Ernennung geplant hatte. Mit dem erst im September 2025 in Kraft getretenen österreichischen Informationsfreiheitsgesetz haben wir die entsprechenden Dokumente freigegeben.
Der griechische Verteidigungsminister hatte übrigens eine ganz andere Einschätzung. Seine Teilnahme veröffentlichte er offiziell auf der Website des Ministeriums.
Möchten Sie Informationen mit uns teilen? Hier finden Sie eine Anleitung, wie Sie dies sicher und vertraulich tun können.
→ zur Broschüre
→ zu den Dokumenten des österreichischen Bundeskanzleramtes
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